Fürbitten, Gebete und Singen in Köthen, Dessau-Roßlau und Wolfen-Nord
Gesellschaft: Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine
Dessau-Roßlau – Vier Jahre nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine setzen anhaltische Gemeinden ein Zeichen gegen Krieg. Am Dienstag versammelten sich zahlreiche Menschen an der Friedensglocke in Dessau-Roßlau zu einer ökumenischen Andacht.
„Wir wollen ein Zeichen gegen den Krieg, alle Gewalt und Mord in der Ukraine setzen“, sagt Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch, „unzählige Soldatinnen, Soldaten und Zivilpersonen wurden getötet, verwundet oder werden vermisst. Viele Menschen mussten ihre Heimat verlassen und haben alles verloren.“
In einer Andacht und Mahnwache wurde der Menschen im Kriegsgebiet gedacht. „Denn Krieg bedeutet Tod, Verwüstung und Katastrophe an allen Orten. Er hinterlässt Generationen, die an Leib und Seele verwundet bleiben“, sagt die Kreisoberpfarrerin.
Eingeladen hatte der evangelische Kirchenkreis Dessau. Er wurde vom Netzwerk „Gelebte Demokratie“ unterstützt.
Am Sonntag waren ukrainische Ärztinnen im Gottesdienst in Köthen. Sie sprachen bewegende Fürbitten. Die Frauen sagten, sie spürten, dass die Gemeinde die Last des Krieges mittrage. Pfarrer Martin Olejnicki überreichten sie einen Kerzenleuchter, der aus Granatsplitter gefertigt wurde.
In Wolfen-Nord stand das monatliche „Singen auf den Markt“ am Dienstag im Zeichen der Ukraine.
Archivfoto
Einmal im Monat treffen sich Frauen, Männer und manchmal auch Kinder, um gemeinsam auf dem Markt zu Wolfen-Nord zu singen. Sie stimmen ein in Jahreszeitenlieder, Volkslieder, Kinderlieder, Choräle, Kanons und Friedenslieder. Dafür gibt es ein zusammengestelltes Liederheft, das 2021 vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziert wurde. Gemeinsam zu singen verbindet.
Verantwortet wird das Singen vom Christophorushaus Wolfen-Nord (Evangelische Kirchengemeinden an Mulde und Fuhne), der Evangelischen Johannesgemeinde Wolfen und der Katholischen Edith-Stein-Gemeinde Wolfen-Zörbig.